Ganz genau messen und hinschauen: Lastfälle in der Gebäudeabdichtung.

Lastfälle im Bereich der Bauwerksabdichtung haben eine grundlegende Bedeutung, vor allem bei der Trockenlegung von erdberührenden Bauteilen wie beispielsweise einem Keller. Noch vor jeder Überlegung, welche Abdichtungsverfahren in Frage kommen, sollte die Art des anfallenden Wassers, also der Lastfall untersucht werden. Die Ursachen können vielfältig sein. Von außen können Regen, Schnee, Eis, Schlagregen, Spritzwasser, Oberflächenwasser Gebäude belasten. Fassaden und Dächer oder Abfluss- und Regenfallrohre können defekt sein. Neubaufeuchte, Einbaufeuchte oder Baurestfeuchte können eine Rolle spielen. Ebenso kann raumseitig Kondensatfeuchte entstehen, eventuell hervorgerufen durch Wärmebrücken oder andere Faktoren.


Durch den Klimawandel haben sich in Deutschland die Anforderungen an Gebäude verschärft. Starkregen-Ereignisse fallen sukzessive heftiger aus. Dadurch steigen auch die Anforderungen an eine nachträgliche Abdichtung von Gebäuden.

Die Lastfälle bei der Abdichtung von erdberührten Bauteilen wurde früher über die DIN 18195 dokumentiert. Sie gilt heute noch für die Definierung der verwendeten Begriffe. Seit Juli 2017 ist die DIN 18533 (Abdichtung erdberührter Bauteile) veröffentlicht, die die Lastfalldefinitonen sowie Mindesttrockenschichtdicken neu dokumentiert. Streng genommen gilt die DIN 18533 bei erdberührten Bauteilen von Neubauten. Sie spielt aber zukünftig auch bei der nachträglichen Bauwerksabdichtung sicherlich eine immer wichtigere Rolle. Die neuen Erkenntnisse beeinflussen die Schadensanalysen, die noch detaillierter ausgeführt werden, um alle Aspekte miteinzubeziehen. Die Fachleute der BauPraxis Rheinland GmbH sind diesbezüglich auf dem neuesten Stand und bilden sich stetig weiter.